Pericarditis constrictiva

Das Panzerherz

Karl-Heinz Szeifert 25 Jul, 2018 00:00

Unter einem Panzerherz versteht man eine Verdickung und Verkalkung des Herzbeutels, der eine Ausdehnung des Herzens im Rahmen seiner Füllungsphase nicht mehr uneingeschränkt zulässt.

Der Herzbeutel (Perikard) ist im gesunden Zustand ein flexibler, bindegewebiger Sack, der das Herz umschließt und es vor einer Überdehnung schützt.

Ursache für eine Verdickung bzw. Verkalkung des Herzbeutels sind oft wiederkehrende Entzündungen. Egal ob durch Erreger oder eine Immunreaktion des Köpers ausgelöst, verursachen sie Narben mit vermehrter Bildung von Bindegewebe (Fibrose) und Einlagerung von Kalk.

Häufige, wiederkehrende Entzündungen führen im Verlauf zur Verdickung und Abnahme der Elastizität des Herzbeutels. Der Herzbeutel wird nahezu unbeweglich, das Herz ist wie in einem Panzer gefangen und kann seine Funktion nicht mehr richtig ausführen.
In diesem Fall spricht man vom sogenannten Panzerherz oder einer Perikarditis calcarea.


Rö Thorax in 2 Eb. - Perikarditis calcarea - Pat. 71 Jahre männlich - Die Verkalkungen im Pericard sind deutlich zu erkennen.


Durch die Unbeweglichkeit des Herzbeutels können sich die Kammern nicht mehr mit ausreichend Blut füllen. Leistungsschwäche, Luftnot und sogenannte kardiale Stauungszeichen wie Wasser in den Beinen, stark hervortretende Halsvenen, blaue Lippen und Lungenödem sind die dabei am häufigsten auftretenden Beschwerden.

Die Pericarditis constrictiva calcarea ("Panzerherz") kann in vielen Fällen durch eine operative Entfernung des verkalkten Herzbeutels (Perikardektomie) erfolgreich behandelt werden.

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