Kurse für Arzthelfer*innen zur Durchführung von Untersuchungen in der Teleradiologie?

Quest 12 Oct 2019

gibt es inzwischen die Möglichkeit für Arzthelferinnen mit Röntgenschein einen Kurs zu belegen, der die Arzthelferinnen nachts dazu berechtigt in der Teleradiologie CT's zu fahren. Was passiert wenn Krankenhäuser sich nicht an die Vorgaben halten und trotzdem Arzthelferinnen mit langjähriger Erfahrung nachts ohne Radiologen vor Ort die CT's fahren?

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Boris T. Bear vor 1 Monat 0

Nein, auch nach der "neuen" StrSchV und dem StrSchG ist die technische Durchführung von CTs im Rahmen der Teleradiologie ausschließlich den MTRA vorbehalten (§123 Abs. 3 StrSchV).
Da Arzthelferinnen bzw. MFA lediglich Kenntnisse im Strahlenschutz und niemals eine Fachkunde im Strahlenschutz erwerben können, ist diesen die Durchführung von CTs ohne Anwesenheit eines fachkundigen Arztes (hier bspw. im Rahmen der Teleradiologie) untersagt.

Was kann passieren?
Der Strahlenschutzverantwortliche handelt nach §184 StrSchV sowie §194 StrSchG fahrlässig oder vorsätzlich ordnungswidrig. Das oben angesprochene Vergehen ist mit € 50.000,00 bewährt - m.M.n. pro Vergehen. Des weiteren könnten betroffene Gegenstände eingezogen werden - zum Beispiel die Genehmigung zur Teleradiologie oder die "Erlaubnis" zum CT-Betrieb.

Wer jetzt aber denkt, nur der Betreiber haftet irrt!
In der Theorie könnte die Bußgeldzahlung nach unten delegiert werden: Vom Strahlenschutzverantwortlichen auf den jeweiligen -beauftragten und ebenso auf die Person, welche für den Dienstplan (und somit für den Einsatz der nicht-fachkundigen Person am CT) verantwortlich zeichnet (Freigeber).
Und letztlich wäre es möglich, dass die Arzthelferin am CT selbst zur Rechenschaft gezogen wird: Stichwort "Durchführungsverantwortung". Denn auch hier schützt Nichtwissen vor Strafe nicht, da davon ausgegangen wird, dass jede Person, welche mit Röntgenstrahlung arbeitet auch die zugrundeliegenden Rechtsnormen kennt.