MTA-R und Recht

Zur technischen Durchführung berechtigt

Karl-Heinz Szeifert 23 Oct, 2018 00:00

In Röntgenabteilungen und in Praxen werden zur technischen Durchführung der Röntgenaufnahmen in der Regel MTA-R und MFA mit Röntgenschein eingesetzt.

Die technische Durchführung umfasst:

  • das Einstellen der technischen Parameter an der Röntgeneinrichtung,
  • das Lagern des Patienten oder des Tieres unter Beachtung der Einstelltechnik,
  • das Zentrieren und Begrenzen des Nutzstrahls,
  • das Durchführen von Strahlenschutzmaßnahmen und
  • das Auslösen der Strahlung.

Je nachdem ob MTA-R, MFA oder beide Berufsgruppen eingesetzt werden, kann das entsprechend § 24 Abs. 2 Auswirkungen auf den Betrieb haben. Insbesondere dann wenn der Arzt nach dem Stellen der rechtfertigenden Indikation die Praxis oder das Krankenhaus verlässt und MTA-R, bzw. MFA die technische Durchführung in seiner Abwesenheit vornehmen sollen. MTA-R dürfen das – MFA mit Röntgenschein dürfen das nicht!

Unabdingbare Voraussetzung ist aber für jegliche delegierte technische Durchführung: Es muss vor dem Röntgen grundsätzlich die nach §23 RöV rechtfertigende Indikation eines Arztes, der die entsprechende Fachkunde hat, erstellt worden sein. Weder MTA-R noch MFA sind berechtigt ohne diese Voraussetzung einen Patienten zu röntgen.


Beispiele:

1. In der Praxis oder in der Röntgenabteilung sind nur MFA mit Röntgenschein tätig:

Die MFA dürfen in diesem Falle röntgen, solange sich der Arzt im Hause befindet. Er muss dazu nicht im Röntgenraum oder in der Rö-Abteilung sein – er muss aber im Hause sein. Sobald er aber das Haus bzw. die Praxis verlässt, darf sie das nicht mehr , auch wenn er zuvor die rechtfertigende Indikation gestellt hat.

2. Es sind nur MTR-A im Röntgen tätig.

Die MTA-R dürfen auch Röntgen, wenn der Arzt nach Stellung der rechtfertigenden Indikation das Haus bzw. die Praxis verlassen hat.

3. Es sind sowohl MFA als auch MTA-R im Röntgen tätig:

Auch hier gilt: Die MFA dürfen nur Röntgen, solange der Arzt im Hause ist. Die MTA-R dürfen dies auch ohne Anwesenheit des Arztes im Hause bzw. in die Praxis.

Die MFA darf bei Abwesenheit des Arztes allerdings auch nicht unter Aufsicht und Kontrolle einer MTA-R röntgen. Das ist nach § 24 der RöV nicht vorgesehen und nicht erlaubt! Die MTA-R kann und darf auch in keinem Falle die Kontroll- oder Aufsichtspflicht im Sinne des §24 gegenüber einer MFA übernehmen. – Dies ist nach § 24 der RöV ausschließlich dem Arzt vorbehalten!


Im § 24 Abs 2 werden alle Personen aufgeführt, die zur technischen Durchführung berechtigt sind:

1. Personen mit einer Ausbildung zur MTA – beziehungsweise MTR –, mit der Erlaubnis zur technischen Durchführung oder mit einer entsprechenden staatlich geregelten, staatlich anerkannten oder staatlich überwachten abgeschlossenen Ausbildung und der erforderlichen Fachkunde im Strahlenschutz. Dieser Personenkreis muss die Fachkunde im Strahlenschutz besitzen. Personen, die ihre MTR-Ausbildung abgeschlossen haben, haben im Rahmen ihrer Ausbildung die Fachkunde erworben. § 13 des Gesetzes über technische Assistenten in der Medizin regelt die Anerkennung der MTA nach früherem Gesetz und ähnlichen Ausbildungen in anderen Ländern und der früheren DDR;

2. Personen, die sich in einer die erforderlichen Voraussetzungen zur technischen Durchführung vermittelnden beruflichen Ausbildung befinden und sich unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 befinden. Ständige Aufsicht und Verantwortung bedeuten auch hier, dass die kontroll- und weisungsberechtigte Person im Sinne des § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 jederzeit erreichbar sein und sich örtlich in unmittelbarer Nähe aufhalten muss, damit sie die Anwendung der Röntgenstrahlung laufend überwachen und korrigieren sowie die evtl. erforderlich werdenden Entscheidungen treffen kann.

3. Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen. Dieser Personenkreis setzt sich zusammen z. B. aus Arzthelferinnen und Arzthelfern, medizinisch-technischen Laboratoriumsassistentinnen und -assistenten. Die erforderlichen Kenntnisse können durch relativ umfangreiche Kurse erworben werden.

Für die erforderlichen Kenntnisse und die erworbene Fachkunde gilt die Pflicht zur regelmäßigen Aktualisierung

Nachstehend der komplette Wortlaut des § 24 RöV


RöV § 24 Berechtigte Personen

(1) In der Heilkunde oder Zahnheilkunde darf Röntgenstrahlung am Menschen nur angewendet werden von

  1. Personen, die als Ärzte approbiert sind oder denen die Ausübung des ärztlichen Berufs erlaubt ist und die für das Gesamtgebiet der Röntgenuntersuchung oder Röntgenbehandlung die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen,
  2. Personen, die als Ärzte oder Zahnärzte approbiert sind oder denen die Ausübung des ärztlichen oder zahnärztlichen Berufs erlaubt ist und die für das Teilgebiet der Anwendung von Röntgenstrahlung, in dem sie tätig sind, die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen,
  3. Personen, die als Ärzte oder Zahnärzte approbiert sind oder zur Ausübung des ärztlichen oder zahnärztlichen Berufs berechtigt sind und nicht über die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz verfügen, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach Nummer 1 oder 2 tätig sind und über die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz verfügen.

(2) Die technische Durchführung ist neben den in Absatz 1 genannten Personen ausschließlich

  1. Personen mit einer Erlaubnis nach § 1 Nr. 2 des MTA-Gesetzes vom 2. August 1993 (BGBl. I S. 1402), das zuletzt durch Artikel 23 des Gesetzes vom 27. April 2002 (BGBl. I S. 1467) geändert worden ist,
  2. Personen mit einer staatlich geregelten, staatlich anerkannten oder staatlich überwachten abgeschlossenen Ausbildung, wenn die technische Durchführung Gegenstand ihrer Ausbildung und Prüfung war und sie die erforderliche Fachkunde im Strahlenschutz besitzen,
  3. Personen, die sich in einer die erforderlichen Voraussetzungen zur technischen Durchführung vermittelnden beruflichen Ausbildung befinden, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach § 24 Abs. 1 Nr. 1 oder 2 Arbeiten ausführen, die ihnen im Rahmen ihrer Ausbildung übertragen sind, und sie die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen, und
  4. Personen mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung, wenn sie unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach Absatz 1 Nr. 1 oder 2 tätig sind und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz besitzen, erlaubt.

Kommentieren

Kommentare

Balazs Horvath vor 2 Jahre

Frage:
Welche Ausbildungen meint der Gesetzgeber unter RöV §24 Abs.2 Punkt 2?
MTAs und MFAs mit Röntgenschein sind nicht Teil dieser Gruppe?
Mit freundlichen Grüßen!
B. Horvath

Bianca vor 1 Jahr

Hallo.
Ich bin bianca.
Mfa mit 120 sündigem Röntgenschein.
Arbeite in einem Krankenhaus.
Ich weiß, ich darf nur röntgen wenn ein Arzt mich fachkunde im Haus ist. Es geht hauptsächlich um Bereitschaftsdienste.
Wie aber sieht es mit cts aus?
Darf ich cts fahren wenn ein fachkundiger Arzt aber keine mtra im Hause ist? Muss jemand für mich Hintergrund Dienst machen? Auch beim röntgen?

kszeifert vor 1 Jahr

Hallo Bianca

Du darfst gemäß RöV § 24 (Berechtigte Personen) als Person mit einer abgeschlossenen sonstigen medizinischen Ausbildung, wenn du unter ständiger Aufsicht und Verantwortung einer Person nach Absatz 1 Nr. 1 oder 2 tätig bist und die erforderlichen Kenntnisse im Strahlenschutz (Röntgenschein) besitzt, die technische Durchführung sowohl in der konventionellen Diagnostik als auch CT-Untersuchungen technisch durchführen.

ALLERDINGS: WICHTIG!
Die Person nach Absatz 1 Nr. 1 oder 2 muss ein Arzt sein der die Fachkunde für die entsprechende Untersuchung hat.

In kleineren Kliniken ist das Nachts und an Wochenenden oft nicht gegeben.
Wenn kein Radiologe im Haus ist, hat meistens niemand die Fachkunde im CT. Dann darf man auch keine CT machen.
Ansonsten darf nur das geröntgt werden wofür mindestens einer der anwesenden Ärzte auch Fachkunde hat.
Z,B. Fachkunde Notfallmedizin (Skelett, Thorax,Abdomen aber ohne CT ) im Rahmen der Erstversorgung.

Deshalb betreiben viele solcher Häuser Teleradiologie für die CT-Untersuchungen. Die Teleradiologie bedarf allerdings einer besonderen Genehmigung durch die Aufsichtsbehörden, die mit strengen Auflagen versehen ist.
Eine davon lautet: Zur technischne Durchführung ist zwingend eine MTRA nötig.
Siehe auch: http://www.mta-r.de/blog/teleradiologie_richtig/

Zusammengefasst:
Ist ein Arzt mit Fachkunde im CT im Hause, darf MFA CT machen, (Dann brauch man aber auch keine Teleradiologie)
ist kein Arzt mit CT-Fachkunde im Haus, darf das Haus keine CT`s durchführen (werder MTRA noch MFA), außer es liegt eine Genehmigung zur Teleradiologie nach nach § 3 Abs. 4 der RöV vor, dann darf nur die MTRA, und die MFA auf keinen Fall!

Klara vor 1 Jahr

Wie ist das wenn eine MFA mit Röntgenschein in einer Strahlentherapie arbeitet. Darf ich als MFA überhaupt die Strahlenexposition auslösen oder nicht? Die Fachkunde nach Strahlenschutzordnung ist aktuell auf dem Stand und wird auch alle 5 Jahre aktualisiert.

kszeifert vor 1 Jahr

Hallo Klara
Hierzu zwei Links mit durchaus differenten Stellungsnahmen zu Deiner Frage.
1. vom DVTA
https://dvta.de/sites/default/files/MFA%20in%20der%20Strahlentherapie.pdf
2. vom Radiologen Wirtschafts Forum
http://rwf-online.de/content/der-einsatz-von-mfa-der-strahlentherpie-fortschritte-durch-neue-delegationsvereinbarung.

Darüber darf hier auch gerne weiter diskutiert werden.

Maria vor 1 Jahr

Hallo ,

ich habe eine angefangene Ausbildung im medizinischen Bereich , die aber jedoch nicht abgeschlossen.
Kann ich bzw bin ich dazu berechtigt einen Röntgenschein machen zu dürfen?
Würde mich gerne Umschulen und einen 90 std kurs machen wollen.
Aber kann/darf ich das ?
mfg

Hallo Maria,
ich kann Dir hier nur raten, bei der zuständigen Aufsichtsbehörde, (Regierungspräsidium oder Landesärztekammer) nachzufragen, ob eine nicht abgeschlossene Ausbildung für den Erwerb der Kenntnisse im Strahlenschutz (90 h-Kurs) ausreichen. Ehrlich gesagt: Ich glaube es eher nicht!
mfg K-H. Szeifert

Hier findest Du eine Liste mit allen Berufsausbildungen, die den Röntgenschein 90 Std. machen dürfen! -
http://www.gaa.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/17590/Liste_Gesundheitsberufe_2015-12-21.pdf

Klara vor 12 Monate

Vielen Dank für die Antwort!

Den ersten Link kannte ich schon und auch aus dem zweiten geht hervor, dass ich eigentlich keinen Patienten bestrahlen darf, wenn kein Facharzt direkt am Gerät ist. Wer würde die Verantwortung tragen, wenn mir ein Fehler passiert und ich alleine am Gerät arbeite?

kszeifert vor 12 Monate

Hallo Klara,
die Verantwortung trägt zweifellos der Strahlenschutzverantwortliche. Du solltest ihn aber über Deine Bedenken informieren.

Andrea vor 4 Monate

Hallo habe eine Frage
Ich habe 1980 in einer Praxis für Röntgen
und Nuklearmedizin meine Ausbildung gemacht und als MRT im Klinikum gearbeitet. Rö Schein gab es nicht.
Kann ich ohne diesen heute im Bereich Röntgen arbeiten,leider kann mir niemand richtig Auskunft geben.

kszeifert vor 4 Monate

Hallo Andrea,
ohne Röntgenschein geht heute nichts mehr. Verantwortlicher Arzt und technisch durchführende MFA begingen dann eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeldern sanktioniert wird.!

XMan vor 4 Monate

Gibt es eine rechtliche Vorgabe wer eine MRT Untersuchung technisch durchführen darf? Oder darf das jeder?