Atombombenexplosion "Live"

"Atompilz-Viewing" und Miss Atom in den 50ern

Karl-Heinz Szeifert 22 May, 2019 00:00

Hauptpreis für die Gewinnerin der Wahl zur Miss Atomic Blast 1952: Ein Korb mit zehn Pfund Pilzen!

1951 entstand im US-Bundesstaat Nevada ein Atombombenversuchsgelände. In den darauffolgenden 40 Jahren wurden dort 928 Atomtests durchgeführt. Viele Experimente wurden oberirdisch durchgeführt. Die oberirdischen Explosionen mit den dabei entstehenden Atompilzen konnten nicht nur von Militärangehörigen, sondern auch von der dort lebenden Zivilbevölkerung beobachtet werden. Das Testgelände befand sich ja nur 65 Meilen von Las Vegas entfernt. So wurde die Stadt bald von Touristen überflutet, die nukleare Explosionen an vorderster Front sehen konnten.

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Eine Vermarktung der Atombombenexplosionen begann: Hotels bewarben ihre Zimmer mit besten Blick auf die Detonationen und in den Bars wurden Atom-Cocktails serviert. Friseure kreierten Frisuren, die Atompilzen ähnelten.

Jede Lokation, die etwas auf sich hielt, veranstaltete entsprechende Themen-Partys. Ihre Gäste konnten dabei zusehen wie die Bomben hoch gingen. Jeder Gast bekam dazu eine Sonnenbrille als Augenschutz vor dem stark blendeten Exlposionsblitz. Die Menschen waren sich der potenziellen Risiken der Strahlenbelastung nicht bewusst, - denn selbst von offizieller Stelle wurde behauptet, dass man hierbei nichts zu befürchten hätte.

Abb. 1

Bald bekam Las Vegas den Spitznamen: „Atomic City“, der dann unter anderem auch durch "Beauty Contests" entsprechend vermarktet wurde.

So veranstaltete das Hotel El Rancho Vegas im Jahre 1952 einen Schönheitswettbewerb, bei dem die Gewinnerin der Wahl zur Miss Atomic Blast, das Showgirl "Candyce King", bezeichneter Weise als Hauptgewinn einen Korb mit zehn Pfund Pilzen erhielt.

Abb. 2

1953 fand im Rahmen ebenfalls ein Schönheitswettbewerb statt. Dieses Mal wählte man Paula Harris zur Miss A-Bomb. In der jährlich stattfindenten Parade der Handelskammer präsentierte sie sich auf einem Motivwagen zum Thema Atom für den man für sie extra ein Diadem aus Draht und Baumwolle schuf. (Siehe Abb.1)

1955 fand in Nevada eine Atom-Testreihe namens „Operation Cue" statt. Diese musste jedoch mehrfach verschoben werden. Um sich die Zeit zu vertreiben, krönte man Linda Lawson zu einer „Miss Cue“.

Zwei Jahre später gewann das Showgirl Lee Merlin den Miss Atomic Bomb Titel. Sie posierte für ein Foto in einem Badeanzug mit einer pilzförmigen Applikation. (Siehe Abb.2) Dieses Bild wurde zur Ikone und machte Merlin zum berühmtesten Pin-up Girl dieser Zeit.

In den darauffolgenden Jahren ebbte das Atomfieber deutlich ab. 1963 wurden dann auch dieoberirdischen Atomtests verboten. Bis zu diesem Zeitpunkt waren jedoch bereits Tausende von Bewohnern und Touristen in Vegas stark bestrahlt worden, was dann auch zu einem deutlichen Anstieg von strahlungsbedingten Krebsfällen führte.


Quelle: "The Real Story Of Miss ATOMIC BOMB Contest"

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