Darf`s ein Knochen mehr sein?

Os tibiale externum

Karl-Heinz Szeifert 28 Jan, 2019 00:00

Das menschliche Skelett besteht aus gut 200 Knochen (individuell verschieden zwischen 206 und 214). Zusätzlich gibt es eine Reihe von Knochen und Varietäten, die nur bei einem kleinen Teil der Bevölkerung auftreten.

Das sind die sogenannten akzessorische Knochen. Dazu gehöret unter anderem auch das Os tibiale externum am Fuß.

Beim Os tibiale externum - auch Os naviculare externum, Os naviculare secundarium, Os naviculare acessorium oder Os naviculare bipartitum genannt - handelt es sich um eine

häufige (10–16 %) Variation am Kahnbein (Os naviculare) des Fußes.

In über der Hälfte der Fälle tritt es beidseitig auf. Meist ist das Os tibiale externum asymptomatisch, macht also keine Beschwerden. Eine Behandlung ist dann nicht erforderlich.

Drei Formen des Os tibiale externum sind zu differenzieren:

Typ 1: Das Os tibiale externum im engeren Sinne ist ein 2–3 mm großes, rundliches Sesambeinim Ansatzbereich der Sehne des Musculus tibialis posterior. Es bildet keinen Knorpel zum Kahnbein.


Typ 1

Typ 2: Das Os tibiale externum ist dreieckförmig und bis zu 12 mm groß. Dieses hat eine Knorpelverbindung zum Kahnbein. Dieser Typ ist mit über 50 % der häufigste. Es handelt sich um eine unterbliebene Verschmelzung der Knochenkerne, aus denen sich das Kahnbein in der frühen Jugend bildet.


Typ 2

Typ 3: Hier ist das Kahnbein anlagemäßig weit ausladend nach innen ausgebildet (Os naviculare cornutum, engl.: cornuate navicular). Hier ist im Gegensatz zu den ersten beiden Formen kein Spalt auszumachen.


Typ 3

Klinische Relevanz bekommt das Os tibiale externum bei Schmerzen am inferioren medialen Fußgewölbe. Diese Schmerzen werden auch Prähalluxsyndrom genannt und dann mit einem leichten Pes planus und Tendinitis der Sehne des M. tibialis posterior verbunden.

Plattfüße sind nicht generell mit einer erhöhten Inzidenz eines Os tibiale externum verbunden. Falls jedoch ein solches Ossikel vorliegt, wird es durch Plattfüße häufiger symptomatisch. Beim Plattfuß kommt es durch Absinken des Längsgewölbes zur Irritation der Sehne wie auch zu Druckstellen im Schuh durch den medial vorstehenden Knochen.

Nur in extremen Ausnahmefällen, bei Versagen konservativer Therapie und starkem Leidensdruck, ist eine Operation zu erwägen.


Quelle und Bilder: Wikipedia

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Kommentare

Brunner Marie-Louise vor 7 Jahre

Ich bin Med. Masseurin und bekomme demnächst eine Patientin die Schmerzen am linken Innenfuss hat. Laut Arzt einen Zusatzknochen am Naviculare Tibiale. Um dem Schmerz auszuweichen läuft sie auf vorwiegend auf der Aussenkannte. Zusätzlich hat sie auch SZ am Hallux Vallgus. Die Pat. wurde behandelt mit Utraschall und Massage, trägt aber auch Schuheinlagen.Meine Frage: Kann ich als Therapeutin meiner Patientin durch Manuelle-Korrekturbehandlung den SZ lindern ?