Muß mich (MTRA) mein Arbeitgeber rechtzeitig an die Aktualisierung der Fachkunde erinnern?

Rocky 22 Aug 2022

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kszeifert vor 1 Monat 0

Bescheinigungen über Fachkunde und Kenntnisse im Strahlenschutz sind personenbezogene Nachweise. Somit müssen sich die Personen, die über solche Nachweise verfügen, auch selbst um die Aktualisierung kümmern.
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Allerdings sind Strahlenschutzverantwortliche (SSV) und Strahlenschutzbeauftragte (SSB) dadurch nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Sie sind verpflichtet, die Strahlenschutzorganisation entsprechend den Vorgaben der Strahlenschutzgesetzgebung aufrecht zu erhalten, d.h. zu regeln, dass nur Personen mit aktueller Fachkunde oder aktuellen Kenntnissen im Strahlenschutz Tätigkeiten nach § 145 StrlSchV ausführen.
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Der SSV und SSB ist gut beraten, wenn sie ihre Mitarbeiter/innen rechtzeitig auf Aktualisierungsfristen hinweisen und dadurch den verordnungskonformen Ablauf der Tätigkeiten nach StrlSchG und StrlSchV in ihrer Klinik oder Praxis sicherstellen.
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Man muss immer berücksichtigen, dass die zuständige Behörde die Tätigkeit von Personen, die ihre Fachkunde oder Kenntnisse im Strahlenschutz nicht aktualisiert haben, untersagen kann, was den notwendigen Ablauf in einer Röntgenabteilung sicherlich behindern könnte.
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Damit das möglich ist, muss natürlich sichergestellt werden, dass auch alle Nachweise der betroffenen Mitarbeiter dem SSV oder SSB vorgelegt werden. Dies könnte zum Beispiel mittels einer Dienstvereinbarung geregelt werden.
Nebenbei könnte SSV bzw. SSK man damit auch Organisation und Kontrolle weiterer Bestimmungen des Strahlenschutzrechtes in Praxis oder Klinik optimieren.
Zum Beispiel:
- > Einstufung beruflich exponierter Personen in die Kategorien laut § 71 Abs. 1 StrlSchV
- > Personendosimetrie inkl. SSR-Nr.
- > Jährliche Unterweisung nach § 63 StrlSchV
- > Kontrolle von Kenntnis- und Fachkunde-Nachweise der Ärzte und sonstigem medizischem Personal die Tätigkeiten nach § 145 StrlSchV ausführen.