Heute ist die Medizin ohne bildgebende Diagnostik nicht mehr vorstellbar. Mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen 1895 durch Herrn Wilhelm Conrad Röntgen wurde bereits ein wichtiger Meilenstein der Medizin gelegt.
Eine weitere wichtige Entdeckung des letzten Jahrhunderts ist die Magnetresonanztomographie (MRT), mit deren Hilfe nicht-invasive 3-Dimensionale anatomische Daten des menschlichen Körpers ohne ionisierende Strahlung erstellt werden können. Es ist möglich detaillierte Bilder mit sehr hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung anzufertigen.
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A.S.Quinsten Geschichte der Radiologie, Grundwissen, MRT / Kernspintomographie
Prof. Dr. Dr. h.c. Robert Janker (1894-1964) startete seinen medizinischen Werdegang an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo er zunächst namhaften Internisten und Chirurgen assistierte. Anschließend wurde er Mitarbeiter von Henri Chaoul, dem Leiter der Röntgenabteilung der Chirurgischen Klinik in München, bevor er 1928 von Redwitz nach Bonn folgte, um in dessen Chirurgischer Klinik ein Röntgeninstitut aufzubauen. 1937 gründete Janker in Bonn ein privates Röntgeninstitut, dem er nach dem Krieg eine Krankenstation angliederte. Hieraus entstand eine leistungsfähige Strahlenklinik. Janker wurde wegen seiner wissenschaftlichen Arbeit 1957 persönlicher Ordinarius und 1962 Ordinarius der Universität Bonn.
Die wissenschaftlichen Leistungen Jankers sind außergewöhnlich groß. Sie umfassen u.a. Arbeiten zur Röntgendiagnostik des Skelettsystems, zur Röntgenaufnahmetechnik, Leuchtschirmphotographie, Röntgenkinematographie und zur Strahlentherapie. Daneben befaßte sich Janker mit der Entwicklung der elektrischen Bildverstärkung, des Röntgenfernsehens und der Röntgenreihenuntersuchung.
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K-H. Szeifert Geschichte der Radiologie, Radiologie, Weitere Fundsachen
Antoine Henri Becquerel (* 15. Dezember 1852 in Paris; † 25. August 1908 in Le Croisic (Loire-Atlantique)) war ein französischer Physiker. Er erhielt 1903 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung der Radioaktivität. Sein Vater war Alexandre Edmond Becquerel, der Entdecker des photoelektrischen Effekts.
Becquerel begann seine akademische Karriere 1876 als Assistent an der École polytechnique, deren Lehrstuhl für Physik er 1895 erhielt. 1896 experimentierte er mit der Phosphoreszenz von Uransalzen. Nachdem Becquerel auf einige in einem dunklen Raum deponierte Präparate eine Fotoplatte gelegt hatte, bemerkte er am 1. März 1896, dass die Platte geschwärzt wurde, obwohl kein Licht einfallen konnte. Dies war ein Hinweis darauf, dass eine Strahlung existiert, die nicht zum Spektrum des sichtbaren Lichts gehört und die er Uranstrahlen nennt. Ähnliche Eigenschaften weisen auch die kurz vorher entdeckten Röntgenstrahlen und die Kathodenstrahlen auf. Henri Becquerel hatte mit diesem Versuch die Radioaktivität entdeckt. 1900 wies er bei weiteren Forschungen nach, dass die aus dem Atomkern entweichenden schnellen Elektronen (β-Strahlung) magnetisch ablenkbar sind.
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rockpop Geschichte der Radiologie, Grundwissen
Etwa ab 1920 war der sogenannte “Revigator” in Mode gekommen. Dabei handelte es sich um Maschinen und Apparate verschiedener Bauart und Ausführung, die alle einem Zweck dienten: Radioaktives Radon-Gas ins Trinkwasser zu pumpen. So bereiteten sich Uroma und Oma ein prickelndes, angeblich gesundes, aber wohl kaum belebendes Mineralwasser ähnliches Getränk.
Gerade Radon galt als zu damaliger Zeit als heilbringend. In der Krankheits-Prophylaxe und in der Rehabilitation nach schweren Verletzungen wurde radioaktives Wasser etwa von 1920 bis Mitte der dreißiger Jahre in relativ hoher Konzentration oral verabreicht. “Radithor”, das damals populärste Produkt, sorgte 1932 für Schlagzeilen und einen handfesten Medizin-Skandal. Das makabrerweise auch in der Tumor-Prophylaxe eingesetzte Mittelchen entpuppte sich als Auslöser von Krebserkrankungen im Kopf-, Rachen- und Halsbereich.
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K-H. Szeifert Geschichte der Radiologie, Grundwissen, Kurioses
Die erste Beobachtung von Röntgenstrahlung durch Wilhelm Conrad Röntgen erfolgte am Physikalischen Institut der Julius-Maximilians-Universität Würzburg am späten Freitagabend des 8. November 1895 als – wie er es selbst beschrieb – „sich keine dienstbaren Geister mehr im Hause befanden“. Bereits sieben Wochen später, am 28. Dezember 1895, reichte er eine Arbeit zur Veröffentlichung ein unter dem Titel: Über eine neue Art von Strahlen.
Röntgen gilt als Entdecker der heute nach ihm benannten Strahlen, obwohl feststeht, dass schon andere vor ihm Röntgenstrahlung erzeugt haben. In den von Johann Hittorf und William Crookes entwickelten Kathodenstrahlröhren, die auch Röntgen für seine Experimente verwendete, entsteht Röntgenstrahlung, die in Experimenten von Crookes und ab 1892 von Heinrich Hertz und seinem Schüler Philipp Lenard durch Schwärzung von fotografischen Platten nachgewiesen wurde, ohne sich aber offenbar über die Bedeutung der Entdeckung im Klaren zu sein. Auch Nikola Tesla experimentierte ab 1887 mit Kathodenstrahlröhren und erzeugte dabei Röntgenstrahlung, veröffentlichte seine Ergebnisse aber nicht. Es wird auch behauptet, dass die X-Strahlen von einem österreichischen Wissenschaftler ukrainischer Herkunft Johann Puluj schon im Jahr 1881 entdeckt wurden.
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K-H. Szeifert Geschichte der Radiologie, Wissen
Anna Bertha Röntgen, geb. Ludwig (1839-1919)
Anna Bertha Ludwig wurde als Tochter eines Gastwirtes in Zürich geboren. Im Jahr 1866 lernten sich Anna Bertha und Wilhelm Conrad in der Gastwirtschaft “Zum grünen Glas” in Zürich kennen und lieben. Nach einer eingehenden Ausbildung in hoher Haushaltungs- und Kochkunst bei der Schwiegermutter stimmten Röntgens Eltern 1869 einer Verlobung zu. Im Januar 1872 erfolgte die Hochzeit.
Vater Röntgen sah sich jedoch trotz seiner Einwilligung in diese Verbindung, in seinen hochfliegenden Plänen für seinen einzigen Sohn, dem er ein höherstehendes Mädchen aus reicher Familie gewünscht hatte, enttäuscht und gewährte dem jungen Paar keine oder nur eine minimale finanzielle Unterstützung.
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rockpop Allgemein, Geschichte der Radiologie
Wilhelm Conrad Röntgen wird als introvertierter Mensch beschrieben, zu dem nur wenige einen tieferen Zugang fanden. Hervortretende Wesensmerkmale waren seine Bescheidenheit und sein Gerechtigkeitssinn. Wenn Röntgen in seine wissenschaftliche Arbeit vertieft war, konnte er sich nur schwer auf andere Menschen einstellen. So sah sich wohl auch seine Frau öfters ihrem schweigsamen Mann gegenüber, der nicht einmal auf Fragen reagierte. Seine wissenschaftlichen Resultate erarbeitete er mit höchster Ausdauer und Sorgfalt. Er veröffentlichte nichts, was nicht nach allen Seiten abgesichert war. Seine Vorlesungen blieben auch nach seiner großen Entdeckung immer sachlich. Selbst die erste öffentliche Demonstration der neu entdeckten Strahlen im Januar 1896 in Würzburg war geprägt von der Schlichtheit und Bescheidenheit Röntgens.
Durch seinen Verzicht auf Patentierung konnte seine Entdeckung rasch für medizinische Zwecke genutzt werden. Erholung fand Conrad Röntgen seit seiner Studienzeit bevorzugt in den Alpen oder bei der Jagd. Noch kurz vor seinem Tod unternahm Röntgen Wanderungen in den Schweizer Bergen. Im September 1914 war Röntgen Mitunterzeichner des Manifestes Aufruf an die Kulturwelt, was er später bedauerte.
Wilhelm Conrad Röntgen veröffentlichte 60 wissenschaftliche Arbeiten in seiner Laufbahn.
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K-H. Szeifert Geschichte der Radiologie