Spielzeug anno dazumal: Märklin-Rö-Einrichtung 1912

kszeifert 23 Sep, 2011 10:00

"Am 8. November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen eine Strahlenart, die er erst "X"-Strahlen nannte. Diese Strahlungsart ist in der Lage, durch Materie hindurchzugehen. Die Strahlung erzeugt eine Schwärzung von Photoplatten und sie kann ebenso zum Aufleuchten von fluoreszierendem Material führen. Da die Durchlässigkeit für die Strahlung von der Art der Materie abhängt, war es nun möglich, den Aufbau von untersuchter Materie darzustellen.

Die (Röntgen)-Bilder, die Röntgen als Beweis seiner Entdeckung veröffentliche, lösten eine unglaubliche Welle der Verwunderung und Begeisterung in der Gesellschaft aus. Das Verlangen, in den eigenen Körper hineinschauen zu können, machte die neue technische Errungenschaft zur eigentlichen Attraktion.

Die Schädlichkeit der bereits ab 1896 als Röntgenstrahlen bezeichneten Strahlungsart wurde lange Zeit nicht erkannt.



Lehrmittelverlage boten seinerzeit grosse Sortimente von technischem Spielzeug aber eben auch Lehrmittel für den (Physik-)Unterricht an. Es wundert daher nicht, dass bei den Herstellern ein Interesse bestand, auch im Bereich der Röntgenstrahlen als Zulieferer aufzutreten.

Wohl eines der ersten Angebote einer Röntgeneinrichtung finden wir bei der Firma Bing. Später lassen sich aber ähnliche Einrichtungen auch bei Carette oder Märklin (nur im französischen Programm) nachweisen. Selbstverständlich wurden die zur Erzeugung der Hochspannung benötigten Induktionsmaschinen ebenfalls angeboten. Allein damit konnten bereits recht elektrisierende Experimente durchgeführt werden!"


RöAppMärklin

Eine durchleuchtende Idee. Eine Röntgeneinrichtung aus einem französischen Märklin-Katalog aus dem Jahre 1912 mit zugehöriger Influenzmaschine. Es kann dem Bilde entnommen werden, dass der Betrachter gemäss seinem Schnurrbart dem eigentlichen Kindesalter entwachsen sei. - Bildquelle: www.tinplatefan.ch



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Bildurheber: Gebr. Märklin & Cie GmbH., Göppingen
Text und Bildquelle: www.tinplatefan.ch


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