Nie mehr Platzangst in der „Röhre“ – Das offene MRT

adrianadamiok 28 Aug, 2012 10:00

Die Magnetresonanztomographie (kurz MRT) ist ein bildgebendes Verfahren und wurde bis vor kurzem im Regelfall in der landläufig bezeichneten „Röhre“ durchgeführt. Üblicherweise werden damit Bandscheibenvorfälle eindeutig diagnostiziert, aber auch Knie- und Meniskusschäden sowie andere Verletzungen der Weichteile können damit lokalisiert werden. In Einzelfällen werden sogar ganze Extremitäten per MRT-Bilder untersucht.



Die Unterschiede zwischen herkömmlichem und offenem MRT
Wie bereits angedeutet liegt der Patient beim herkömmlichen MRT auf einer Liege und wird in eine Art „Tunnel“ geschoben, der sehr beengend wirken kann, da sie dem Patienten nur wenige Zentimeter Bewegungsspielraum lässt. Zwar soll man sich in der „Röhre“ während der Untersuchung ohnehin nicht bewegen, allerdings führt die räumliche Enge in der Tat bei vielen Patienten zu Beklemmungsgefühlen. Die Anweisungen des Personals der radiologischen Praxis während der Untersuchung beziehen sich auf Atmung und Körperhaltung, was bei Menschen mit Klaustrophobie zu zusätzlichem Unwohlsein führt und die Quote der Untersuchungsabbrüche weiter anhebt. Dennoch ist die Magnetresonanztomographie mit ihren fein auflösenden Bildern für viele Patienten die einzige Möglichkeit einer zweifelsfreien Diagnose.

Die gute Nachricht heißt: Offenes MRT
Alle Patienten mit Platzangst können, danke der technischen Weiterentwicklung, seit einigen Jahren aber aufatmen. Ein offenes MRT sorgt dafür, dass auch diese Menschen behandelt werden können. Schließlich sind die Tomographen wie das Philips Panorama HFO fast komplett offen wodurch der Patient nicht wie beim klassischen MRT in eine Röhre geschoben wird, sondern auf der Behandlungsliege beinahe annähernd „normal“ um sich schauen kann. Zusätzlich sorgt die bequeme Liegefläche für ein wohliges Gefühl, wodurch der klaustrophobische Effekt vermieden werden kann. Dies sorgt zum einen für einen reibungsfreien Untersuchungsablauf, spart also Zeit und zum anderen gibt es kaum noch Untersuchungsabbrüche, was die Effizienz dieser Geräte positiv beeinflusst.

Weitere Anwendungsfälle
Im offenen MRT können aber nicht nur Menschen mit Klaustrophobie deutlich besser behandelt werden, auch Patienten mit starkem Übergewicht profitieren von dieser Technik. Sie könnten in herkömmlichen MRT-Geräten teilweise überhaupt nicht behandelt werden, da sie schlichtweg nicht in die „Röhre“ passen, weil diese zu eng ist. Sollten einmal Aufnahmen bei Kindern nötig sein, wird auch hier oftmals die Empfehlung für das offene MRT ausgesprochen. Dies einfach aus dem Grund, da sich Kinder häufiger als Erwachsene unruhig verhalten und sich bewegen, dies aber durch die offene MRT und den direkten Kontakt zu Mutter und/oder Vater verbessert werden kann. Dadurch wird dem Kind die nötige Sicherheit vermittelt um einen reibungslosen Untersuchungsablauf gewährleisten zu können.

Einziger Wermutstropfen beim offenen MRT – die Kosten. Nicht alle Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Untersuchung. Dies muss im Einzelfall vorab mit der jeweiligen Krankenkasse abgeklärt werden. Hierzu erhält man vorab eine Bescheinigung der radiologischen Praxis, mit der man sich an seine Krankenkasse wenden kann.


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Kommentare

Danny vor 4 Jahre

Das hier find ich dann noch ganz gut für Klaustrophobe: http://www.youtube.com/watch?v=cKmgE5mOvZgIch habe auch nichts gegen offene MRT, aber ich finde halt, dass man genau wissen muss was man damit anstellt.

Harry vor 4 Jahre

Ich finde so einen Artikel wichtig! Offene MRT haben sehr wohl ihre Daseinsberechtigung und verhelfen täglich hunderten Patienten in Deutschland zu guten Diagnosen. Eine Studie der Charité zeigt auch deutlich den Unterschied zwischen den verschiedenen Tunnel-MRT zu einem offenen Vertikalfeld-MRT. Siehe "Weniger Angst im MRT" http://www.charite.de/charite/presse/pressemitteilungen/artikel/detail/weniger_angst_im_mrt/Um die Werbung für Philips und Siemens abzurunden nenne ich mal den weltweiten Marktführer für offene MRT : Hitachi In Deutschland suchen täglich zahlreiche Patienten nach diesen offenen Geräten. Übrigens hat eine große Praxis in Herne gleich beides im Angebot: das offene MRT APERTO Lucent von Hitachi und den Skyra von Siemens. Damit kann jedem Patienten geholfen werden. Ein MRT, der alles bietet, Patientenkomfort, Offenheit und sämtliche Diagnosen ermöglicht, gibt es nicht. Ist doch auch normal, denn alles mögliche gibt es in verschiedenen "Bauarten", Autos, Flugzeuge, Schiffe, warum also keine offenen MRT und Tunnel-MRT?Offene MRT sind allerdings seltener - Patientenkomfort wird von den Kassen halt nicht bezahlt.

Danny vor 4 Jahre

Ich will hier ja echt nicht meckern, aber das auf dem Bild ist definitiv kein MRT.Vergessen wird bei offenen MRT immer die Bildqualität. Das Philips Panorama HFO hat "nur" 1,0 Tesla, das sich natürlich zu ungunsten des SNR auswirkt (im Vergleich zu 1,5 und 3T). Auch wenn Philips das Gerät gerne mit einem 1,5T vergleicht, da das Magnetfeld vertikal ausgerichtet ist, die offenen MRT eignen sich meiner Meinung nach nicht für alle Fragestellungen. Man muss da glaub ich sehr abwägen: Reichen mir "übersichtliche" MRT-Bilder oder wie im Detail muss ich untersuchen?! Für Bewegungsstudien (Orthopädie), Interventionen sind die Geräte sicher super.Wirklich keine Werbung, aber: Die neuen Geräte von Siemens (Magnetom Aera, Skyra) haben auch einen Tunneldurchmesser von 70cm, sie sind sehr kurz und innen super gut beleuchtet. Die meisten Patienten sagen, dass sie in diesen Geräten viel besser zurecht kommen. Auch Platzangstpatieten die sonst kein MRT machen konnten, haben wir da schon untersuchen können. Außerdem 180-200kg Patienten passen da auch rein. 10cm Tunneldurchmesser machen wirklich extrem viel aus, auch wenn man dies erst nicht denkt.