Nicht immer muss ein Personendosimeter getragen werden?

kszeifert 26 Dec, 2016 10:00

Muss ich beim Röntgen immer einen Personendosimeter tragen? Diese Thematik ist in § 35 der RöV "Zu überwachende Personen und Ermittlung der Körperdosis" geregelt. Dort heißt es: An Personen, die sich aus anderen Gründen als zu ihrer ärztlichen oder zahnärztlichen Untersuchung oder Behandlung im Kontrollbereich aufhalten, ist unverzüglich die Körperdosis zu ermitteln.

Muss ich beim Röntgen immer einen Personendosimeter tragen?

Diese Thematik ist in § 35 der RöV "Zu überwachende Personen und Ermittlung der Körperdosis" geregelt.
Dort heißt es im Abs 1:

§35 Abs(1) An Personen, die sich aus anderen Gründen als zu ihrer ärztlichen oder zahnärztlichen Untersuchung oder Behandlung im Kontrollbereich aufhalten, ist unverzüglich die Körperdosis zu ermitteln. Ist beim Aufenthalt von Personen im Kontrollbereich sichergestellt, dass im Kalenderjahr eine effektive Dosis von 1 Millisievert oder höhere Organdosen als ein Zehntel der Organdosisgrenzwerte des § 31a Abs. 2 nicht erreicht werden können, so kann die zuständige Behörde Ausnahmen von Satz 1 zulassen. Die in Satz 1 genannten Personen haben die erforderlichen Messungen zu dulden.



Das Schaltgerät und der Auslöseknopf befinden sich hier außerhalb des Kontrollbereichs. Foto: mta-r.de

Der Kontrollbereiche wird bei der Abnahmeprüfung durch den Sachverständigen festgesetzt. Dieser besteht in einem Röntgenraum nur dann, wenn die Strahlung wirklich eingeschaltet ist. Wenn sich MTRA während dieser Zeit grundsätzlich nicht im als Kontrollbereich gekennzeichneten Röntgenraum, sondern außerhalb - im Überwachungsbereich - aufhält, kann MTRA die in §35 Abs.1 bezifferten Werte ja nicht erreichen.

Die Existenz eines betretbaren Kontrollbereiches hängt aber unter anderem auch noch von der Zahl der Röntgenaufnahmen ab, die beispielsweise pro Woche, pro Monat oder pro Jahr hergestellt werden. Werden also in einer Röntgeneinrichtung nur ganz wenige Aufnahmen (z.B. drei Aufnahmen im Monat) angefertigt, kann durch Streustrahlung, die von dem untersuchten Objekt während der Röntgenaufnahme ausgeht, kein betretbarer Kontrollbereich entstehen. Damit entfällt natürlich auch die Pflicht zur Durchführung der Personendosimetrie. Sicherheitshalber sollte dies aber mit der nach der RöV zuständigen Behörde abgestimmt werden. Hierbei darf man sich auf die Beiträge von Herrn Prof Ewen im Forum-RoeV.de berufen. (Z.B. Frage:1566 oder Frage:1674)


Filmdosimeter zur Ermittlung der Körperdosis im Kontrollbereich. Foto: mta-r.de

Nach der RöV muss also die Körperdosis nur dann ermittelt werden, wenn man sich aus beruflichen Gründen in einem Kontrollbereich aufhält.

Diese Ermittlung geschieht in der Regel mit Personendosimetern, dies wiederum oft mit Filmdosimetern. Wer sich also grundsätzlich beim Auslösen der Strahlung immer im Vorraum des Röntgenraumes befindet, benötigt auch kein Personendosimeter.

Voraussetzung: Der Vorraum bzw. der Auslöseknopf dürfen sich nicht im Kontrollbereich befinden!

Ist das alles der Fall, kann man sich die Arbeit und das Geld für die monatliche Filmauswertung sparen!

Ach ja - dann kann natürlich selbst eine schwangere MTRA, die sich ja beim Auslösen der Aufnahme außerhalb des Kontrollbereichs befindet, problemlos und sicher Röntgenaufnahmen technisch durchführen.

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