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Hiatushernie - der Zwerchfellbruch 0712

Karl-Heinz Szeifert 7 Dec, 2018 00:00

Als Hiatushernie ("Zwerchfellbruch") wird ein krankhafter Durchtritt von Anteilen des Magens durch das Zwerchfell im Bereich des Schlitzes für den Durchtritt der Speiseröhre (Hiatus oesophageus) bezeichnet.

Es gibt verschiedene Varianten der Hiatushernie:

Varianten der Hiatushernie

Die kardiofundale Fehlanlage (siehe Abbildung, Buchstabe B) ist die leichteste Form und stellt einen häufigen Zufallsbefund bei Gastroskopien dar. Bei dieser Fehlbildung ist der Cardia-Bandapparat, der den Magen mit dem Zwerchfell verbindet, gelockert. Medizinisch-anatomisch ist die kardiofundale Fehlanlage durch einen stumpfen ösophagogastralen Winkel (= His'scher Winkel) gekennzeichnet (anders als bei der anatomischen Norm, bei der dieser Winkel spitz ist, siehe Abbildung). Klinisch bereitet dieser Zustand nur in den seltensten .

  • A ist anatomisch normal,
  • B ist eine kardiofundale Fehlanlage,
  • C ist eine axiale Hernie,
  • D eine paraösophageale Hiatushernie -

Die axiale Hernie (siehe Abbildung, Buchstabe C) − auch Gleitbruch genannt − ist mit 90% die häufigste Form der Hiatushernie. Dabei tritt der oberste Anteil des Magens durch das Zwerchfell nach oben in den Brustraum (wie z. B. bei einer Hernie des Zwerchfells). In dieser krankhaften Situation kann der untere Verschluss der Speiseröhre nicht mehr durch das Zwerchfell unterstützt werden. Dadurch kann es zum Reflux, also dem Zurückfließen von Mageninhalt in die Speiseröhre, kommen. Dies kann unter anderem zu Refluxösophagitis (Sodbrennen) führen. Allerdings sind auch bei dieser Form 90 % der Betroffenen beschwerdefrei und benötigen keine weitere Therapie.

Die Häufigkeit von Gleithernien nimmt mit dem Alter zu, mehr als die Hälfte der über Fünfzigjährigen sind betroffen.

Die paraösophageale Hiatushernie (siehe Abbildung, Buchstabe D) zeichnet sich aus durch die anatomisch korrekte Lage des unteren Ösophagussphinkters (Schließmuskel der Speiseröhre) und dessen uneingeschränkte Funktion. Ein Teil des Magens schiebt sich jedoch von unten in den Brustraum. In der äußersten Form dieser Hiatushernie kann auch der ganze Magen oberhalb des Zwerchfells liegen (Upside-Down-Magen). Im klinischen Verlauf beginnt die paraösophageale Hiatushernie mit einem asymptomatischen Stadium. Es folgt das unkomplizierte Stadium, mit Aufstoßen und Druckgefühl in der Herzgegend. Diese Symptome treten vor allem nach der Nahrungsaufnahme auf. Danach kommt es zum Komplikationsstadium mit Passagestörungen, Inkarzerationen, Geschwüren und Blutarmut in Folge chronischer Blutungen.

Weiter gibt es noch verschiedene Formen gemischter Hernien. Überhaupt wird die Bildung von Hiatushernien begünstigt durch Bewegungsmangel und Übergewicht.


Große Hiatushernie mit Spiegelbildung im Thoraxübersichtsbild Fotos: Wikimedia

Die Zeichen einer Hiatushernie im Thoraxbild:

  • im Thoraxbild im Herzschatten faustgroße Verdichtung, von der oft aber nur der Flüssigkeitsspiegel und Luftkuppel sichtbar sind
  • im Thoraxseitenbild hinter dem Herzschatten glatt abgegrenzte dichte oder transparenzerhöhte Struktur
  • Mediastinalverschiebung zur gesunden Seite

Quelle: Wikipedia

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