Gonadenschutz bei Mann und Frau

adrianadamiok 22 Feb, 2011 17:00

Das Thema des Gonadenschutzes, ist immer wieder aufs neue ein großer Streitpunkt in der Physik und Radiolgie.Legt man zum Beispiel einen Gonadenschutz beim Thorax p.a. um Stehen an oder lässt man ihn weg? Wenn ja wie legt man ihn an? Von vorne? Von hinten? Von beiden Seiten?

Nichts desto trotz gibt es aber auch Regelungen an die sich jede Praxis Klinik halten sollte. Der Strahlenschutz ist extrem wichtig, in einem Land das am häufigsten mit Röntgenstrahlen zu tun hat.

  • Gonadenschutz immer anlegen, bei allen konventionellen Röntgen, solange er aber nicht die Befundstellung stört oder gar unmöglich macht, wie z.B. bei Ausschluss Beckenfraktur bei der Frau den Gonadenschutz auflegen, sodass er den Beckenring überdeckt
  • Bei Männern wird die Hodenkapsel außerdem beim CT, wenn nichts überstrahlt wird was von Bedeutung ist, angelegt.
  • Bei Frauen kann man eine Schürze rundum das Abdomen legen, zum Beispiel bei Thorax CT´s. Dies ermöglicht eine Dosisreduktion von 30% auf die erbguttragenden Organe.
  • Bei Kindern immer das abdecken was nicht im Untersuchungsgebiet liegt. Das bedeutet bei Hand Röntgen immer eine ganze Schürze anziehen lassen. Außerdem ist es wichtig bei Kindern, genauer die Rechtfertigende Indikation zu prüfen.

Natürlich muss der gesunde Menschenverstand prüfen ob es den überhaupt nötig ist. Das heißt bei Klinisch-kritischen Patienten, bei sehr alten Patienten... da kann man aber keine definitive Antwort geben sondern das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Wenn noch Fragen offen sind könnt ihr diese auch im Diskussionsthread im Forum stellen.

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Kommentare

K-H. Szeifert vor 6 Jahre

Hier noch eine aktuellere Diskussion aus dem Forum-roev.de. (Frage:1707)Frage: Sehr geehrter Herr Prof Ewen, in verschiedenen Forums wird immer daraufhingewiesen das ein Anlegen einer Hodenkapsel beim Mann oder Gonadenschutz bei der Frau bei einer CT- Untersuchung wie z.b Thorax, zum Schutz von erbguttragende Organe wichtig ist. Meine Frage macht es dann auch Sinn ud Zweck wenn der oder die Patientin sterilisiert ist. Vielen Dank mfgAntwort: Sehr geehrte/r Frau/Herr Rapp, nach meiner Auffassung muss Ihre Frage mit “nein” beantwortet werden, denn durch Nutzung von Ovarabdeckungen und Hodenkapseln will man ja die Risiken für genetische Schädigungen reduzieren. Schädigungen dieser Art kommen ja nur zum Tragen, wenn die exponierte Person Nachwuchs zeugt bzw. zeugen kann. Mit freundlichem Gruß K. EwenDennoch ich bleib dabei: Man sollte hier flexibel sein: Dort, wo die Nutzung von Gonadenschutz – auch bei Älteren – unproblematisch ist, wird man dies tun, falls mit Problemen verbunden, eben nicht.Wenn nicht – sollte es aber begründet und dokumentiert werden!

Karl-Heinz Szeifert vor 7 Jahre

Die schürze sollte natürlich auf keinen Fall das Nutzstrahlenfeld verdecken. Dann wäre zuweit ausgeblendet. Aber auch in diesem Falle reduziert die Schürze nur die strahlenbelastung aus Leckstrahlung der Röhre und der Streustrahlung aus der Luft. Wenn Du das so betrachtest ist es sinnvoll, die schürze so nah wie möglich am Körper des Patienten anzubringen. Aber wie gesagt, das Ganze bewegt sich in einem extrem geringen Messbereich!Und wie bereits erwähnt - Blei ist ein sehr guter Absorber. absorbiert die Strahlung in unserem Energiebereich fast komplett und so bleibt auch "keine Strahlung durch die Schürze im Körper stecken". Die strahlung, die außerhalb des Nutzstrahlenfelds im Körper absorbiert wird - also"steckenbleibt" resultiert aus der Streustrahlung die im Körper des Pat selbst entseht. Ergo:Bleischürze oder Abdeckung bringt nicht viel - aber immerhin etwas -! Besser ist das Nutzstrahlenfeld so klein wie irgend möglich einblenden. Den KV-Wert so hoch wie vertretbar wählen.Die Gonadenbelastung bei Thoraxaufnahmen resultiert zum allergrößten Teil aus der Körpereigenen Streustrahlun aus dem eingestellten Nutzstrahlenfeld.Die Gonadenbelastung kann geringfügig vermindert werden, wenn Bleiabdeckungen vorne, hinten oder beides angewendet wird! (siehe oben erwähnte Publikation der Uni Basel)Die RöV schreibt die Anwendung von Strahlenschutzmittel vor. zudem verweise ich auf das ALARA-Prinzip zur Optimierung des Strahlenschutzes.Also für mich gilt: Auch wenn manchmal mehr oder weniger sinnvoll: Schürze immer dran! Dann vergesse ich es auch nicht, wenn es manchmal doch sinnvoll ist!

Kreativmonkey vor 7 Jahre

"Wenn baulicherseits schon eine Bleiabdeckung unter dem Stativ angebracht ist entspricht das wohl einer Schürze die auf der Vorderseite des Pat im pa-Strahlengang angebracht ist." Da hast du mich falsch verstanden. die Schürze hängt zwischen röhre und Patient, nur nicht direkt an seinem Körper. Die Theorie das bei einer Thoraxröntgenaufnahme Streusrahlen durch die schürze im Körper stecken bleiben ist doch auch die theorie die es besagt das eine Schürze überflüssig sei. Eine Schürze die nicht direkt am Körper hängt birgt noch eine weg strecke von abgeschwächten strahlen in Richtung des Patienten.Da das her doch sehr viel wird für die Kommentare lege ich mal ein Topic dafür an ;).

Karl-Heinz Szeifert vor 7 Jahre

"somit macht eine Schürze die mehr Abstand zum Körper hat mehr Sinn."Das verstehe ich nicht!Eine Bleiabdeckung außerhalb des Nutzstrahlenfelds macht definitiv keinen größeren Sinn, egal wie weit sie vom Körper entfernt ist! Und egal ob sie baulicherseits schon am Stativ hängt oder händisch angelegt wird!Wie in dem Artikel aus Basel festgestellt wurde schützt eine Bleiabdeckung lediglich vor der Leckstrahlung der Röhre, der Streustrahlung, die in der Luft zwischen Röhre und Patient ebtsteht und der Rückstrahlung der Streustrahlunf die im Rasterwandgerät entstehen. Alles sehr geringe Strahlenbelastungen gegenüber der Streustrahlung die aus dem Nutzstrahlenfeld des Patienten kommt.Wenn baulicherseits schon eine Bleiabdeckung unter dem Stativ angebracht ist entspricht das wohl einer Schürze die auf der Vorderseite des Pat im pa-Strahlengang angebracht ist.Eine Rückstrahlung aus dem Blei ist nicht zu erwarten, da Blei wegen der sehr hohen Ordnungszahl in den genutzen Energiebereich nahezu alles an Stzrahlung absrbiert. Es entstehen kaum Compton-Effekte!Der wesentlich bessere Strahlenschutz ist eine korrekte Einblendung um das Strahlungsfeld so klein wie möglich zu halten und somit die Componeffekte, die für die Streustrahlung hauptsächlich verantwortlich sind zu reduzieren.Je höher die Untergrenze der Einblendung ist um so weiter ist der Weg der Streustrahlen zu den Gonaden und umso geringer ist dadurch die Gonadenbelastung!Die Bleiabdeckung ändert nichts an dieser Tatsache, da sie wie oben schon gesagt nur die minimale Strahlung (Röhrenleck, Luft und Rückstrahlung aus RWG von den zu schützenden Bereich des Patienten abhält!Hoffe ich habe Deine Frage richtig verstanden und war nicht zu schullehrerhaft!

Kreativmonkey vor 7 Jahre

Hierzu hätte ich jedoch den Fall einzubringen das ich schon zweimal Männer hatte die Impotent bzw. Sterilisiert wurden. Beide fragten mich ob sie sich das Ding nun wirklich antun müssen. Hier muss ich sagen das der Patient recht hat, mir jedoch kein Beweis vorliegt das dem Wirklich so ist. Am ende stehen aussage gegen aussage da der Patient nicht mit einer Unterschrift bestätigt das dem so ist.Abgesehen von der Vertrauensfrage sollte der Nutzen einer Hodenkapsel unter diesen Umständen wirklich fraglich sein.

Kreativmonkey vor 7 Jahre

Also an vielen Stativen befinden sich auch angehängte Schürzen, da geh ich dann eigentlich nicht hin und hänge noch eine zusätzliche Schürze um. Ich weiß nur das man gesagt hat das das mehr schaden als nützen könne, somit macht eine Schürze die mehr Abstand zum Körper hat mehr Sinn.

Karl-Heinz Szeifert vor 7 Jahre

Siehe http://www.manmed.de/seiten/themen/news/texte/Roth_MTRA.pdfIch empfehle immer eine Halbschürze anzulegen. Egal ob vorne, hinten oder ringsum. Die RöV fordert ja auch das Anlegen von Patientenschutz - sagt aber nicht wie. Also immer Schürze anlegend, wohlwissend, das es so gut wie keinen Nutzen hat! Schaden tut sie auf keinen Fall und es beruhigt zumindest psychologisch die Patienten und erspart Diskussionen , warum heute keine und letztes mal eine Schürze angelegt wurde!

Karl-Heinz Szeifert vor 7 Jahre

Ja- wichtiges Thema, da kann ich ergänzend auch was beitragen.Zu dem Thema Bleiabdeckungen gibt es eine interessante Publikation aus dem Jahr 2001 von der Uni Basel. Link:http://www.manmed.de/seiten/themen/news/texte/Roth_MTRA.pdfSollte man mal lesen!Extremitäten mit Ganzkörperschürzen zu röntgen, halte ich in der Tat für stark übertrieben! Naja, aber zumindest schadet es nicht.Es handelt sich hierbei um Dosen in einem sehr niedrigen Bereich. Die Objektdicke ist relativ klein. Entsprechend niedrig ist der immer niederenergetischen Anteil der Streustrahlung, vor der der Korperstamm geschützt werden soll. Die höherenergetische Primärstrahlung sollte so eng wie möglich eingeblendet werden! Die Extremitäten soweit wie möglich vom Lörperstamm entfernt halten. Das brint mehr als jede BleiabdeckungDagegen halte ich das Weglassen einer Hodenkapsel beim Mann, bei Aufnahmen oder CT im unteren Abdomenbereich für Körperverletzung!Wie der Autor oben richtig feststellt, sollte man mit gesunde Menschenverstand prüfen, ob die Hodenkapsel anzuwenden ist oder nicht!. Zu dem Thema Gonadenschutz hat Herr Prof. Ewen im Forum-roev.de eine m.E. sehr überzeugende und vernünftige Antwort gegeben, auf die ich hiermit gerne verweisen möchte! Auszug aus dem Forum http://www.forum-roev.de/forum.phpFrage 1317 : Gibt es eine vorgeschriebene Altersgrenze für das Anbringen einer Hodenkapsel?Antwort: "Es gibt keine Vorschriften oder anderweitige offizielle Regelungen zum Anlegen von Gonadenschutz bei Röntgenuntersuchungen, auch nicht, was eine eventuelle Altersgrenze betrifft. So muss man hier ausschließlich eine (strahlenbiologisch begründbare) Vernunft walten lassen. Wenn das Anlegen von Patientenschutz bei hohen Alter der Patienten mit einem möglicheweise damit verbundenen schlechten Allgemeinzustand Schwierigkeiten bereitet und vielleicht sogar im Extremfall die ordnungsgemäße Durchführung der Röntgenuntersuchung gefährdet, dann lässt man eben den Gonadenschutz weg! Man sollte hier flexibel sein: Dort, wo die Nutzung von Gonadenschutz - auch bei Älteren - unproblematisch ist, wird man dies tun, falls mit Problemen verbunden, eben nicht. Sie hätten dann als MTRA keine z.B. behördlichen zu befürchten. Sinnvoll ist es, diese Situation mit dem Strahlenschutzbeauftragten abzusprechen und als Ergebnis dieser Absprache vielleicht einen kurzen Text zur Handhabung von Gonadenschutz zu verfassen."

Adrian Adamiok vor 7 Jahre

So ich will mal darauf eingehen und sagen, dass es eben keine 100% Antwort darauf gibt. Zu TingelTangel: Eigentlih hat euer Chef ja recht. Wie gesagt es muss alles im Rahmen bleiben! Ich persönlich denke nicht, dass man einen Messunterschied zwischen der neuanordnung der Schürze sieht.

TingelTangel vor 7 Jahre

*g* Ich will ja nichts sagen, aber das ist bei mir in der Praxis wieder mal ein lustiges Thema, unser Doktor besteht darauf, bei jeder aufnahme die es erlaubt, dem Patienten eine Ganzkörperschürze anzulegen. Beim Röntgen eines Daumes, wo man auch mal mit dem Rücken zum Tisch und in einem großen Abstand sitzt, sollen wir die schürze auch noch neu Positionieren (dabei ist sie hinten bei den meisten geschlossen)... Meiner Meinung nach maßlos übertrieben.

Kreativmonkey vor 7 Jahre

Sehr schöner Informativer Artikel, jedoch fehlt mir die Beantwortung der Frage die den Artikel eingeleitet hat "Ist es nötig bei einem Röntgen-Thorax eine Schürze anzubringen" was sagt hierzu die Literatur und was ist die momentane Meinung?