Fallbeispiel

Hintere Schulterluxation

kszeifert 9 May, 2018 00:00

In Deutschland passieren jährlich etwa 13 600 Schulterluxationen. Der Anteil dorsaler Schulterluxationen beträgt dabei lediglich 1,7 bis 7 Prozent. Die hintere Luxation ist meist Folge indirekter Gewalteinwirkung, etwa bei generalisierten Muskelkrämpfen.

hintere Schulterlux (true ap- Aufn.)

An der Schulter überwiegt dann die Kraft der Innenrotatoren, so dass der Oberarmknochen maximal nach innen gedreht wird und der Gelenkkopf nach hinten aus der Pfanne tritt.

Ein anderer Mechanismus ist die direkte Gewalteinwirkung bei Autounfällen, wenn sich ein Autofahrer im Moment des Aufpralls noch am Lenkrad abzustützen versucht.

Die Diagnose der hinteren Schulterluxation lässt sich in der Regel durch Röntgenaufnahmen stellen.

Allerdings: Die Diagnose einer hinteren Schulterluxation ist besonders bei adipösen und muskulösen Patienten schwer zu stellen und auf dem Röntgenbild kann der Ungeübte leicht mal eine hintere Schulterluxation übersehen.

Bedient man sich jedoch visueller Hilfsmittel wie dem Glühbirnen- oder Eistüten-Zeichen auf den anterior-posterioren Aufnahmen, fällt es leichter.

So projiziert sich beim Glühbirnen-Zeichen das Tuberculum majus wegen der Verdrehung des Oberarmes in den Humeruskopf hinein, was an den Glühdraht einer Glühbirne erinnert.

Achten kann man auch auf den "Mercedes-Stern" und den "Hasenkopf" im transskapulären Strahlengang (Skapula-Tangentialaufnahme). An der gesunden Schulter liegt der Kreuzungspunkt des Y aus Akromion, Skapula und Processus coracoideus in der Glenoidalpfanne. Zeichnet man diese Strukturen nach, erkennt man einen "Mercedes-Stern".

hintere Schulterlux. (Y-Aufn.)

Bei einer hinteren Schulterluxation ist dieser nicht mehr erkennbar. Ebenso verhält es sich mit dem "Hasenkopf", dessen zwei "Ohren" normalerweise vom Akromion und Processus coracoideus gebildet werden. Im Falle der hinteren Schulterluxation erscheinen die Hasenohren versetzt.

Bei Patienten mit fortbestehenden Beschwerden nach Schulterprellung oder zum Nachweis zusätzlicher Knochenfrakturen, zum Beispiel eines Tuberkulum-majus-Abrisses, ist durchaus auch die Computertomografie indiziert.

Bilder: mta-r.de

Quelle: http://www.aerztezeitung

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Kommentare

Rita Heinhold vor 7 Monate

Hallo Karl-Heinz,

die Bilder sind echt schön!
Die Glühbirne kann ich tatsächlich erkennen!
Vielen Dank!

Rita