Der "Thorax-Magen" bzw. "upside-down-Magen"

rockpop 12 Mar, 2012 10:00

Beim "Thorax-Magen" bzw "upside-down-Magen"  kommt es durch einen großen Zwerchfellbruch zu einem teilweisen oder kompletten Hochgleiten des Magens in die Brusthöhle. Dies ist häufig begleitet von Herz-/Kreislaufbeschwerden, Atemnot, Völlegefühl und Blutarmut.

Zwerchfellbrüche (Hiatushernien) bilden sich an der Öffnung (Hiatus oesophageus) im Zwerchfell, wo die Speiseröhre (Ösophagus) in den Magen übergeht. Wenn das, diesen Hiatus umgebende Muskelgewebe geschwächt ist, kann sich der obere Magenteil ("Kardia") durchs Zwerchfell hindurch in den Brustraum hineinstülpen. ...



Die Verschlussschwäche des Mageneingangs führt zu einem vermehrten Rückfluß von Mageninhalt in die Speiseröhre ( = Reflux), wobei ein geringer Rückfluss einschließlich Aufstoßen völlig normal sind. Die Speiseröhre kann begrenzte Mengen des Refluats durch Pumpbewegung wieder in den Magen zurücktransportieren. Ein vermehrten Rückfluss durch eine Ventilschwäche kann aber durch diesen Selbstreinigungsmechanismus nicht kompensiert werden, so dass es zu einer verlängerten Kontaktzeit zwischen Refluat und Speiseröhrenschleimhaut kommt. Im Gegensatz zur Magenschleimhaut fehlen der Speiseröhrenschleimhaut Schutzmechanismen gegen den aggressiven Magensaft mit der Folge der Schädigung der Schleimhaut.

Neben der sauren Komponente des Magensaftes (Salzsäure) spielt nicht selten auch der alkalische Reflux aus dem Zwölffingerdarm mit Gallensäuren und Verdauungsfermenten der Bauchspeicheldrüse eine Rolle. Dieses Gemisch aus Säure und alkalischem Verdauungssaft ist besonders aggressiv und kann die Schleimhaut mehr noch als die reine Säure schädigen.

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Die Folge der Schädigung ist eine sog. Refluxösophagitis (Schleimhautentzündung der Speiseröhre), die wiederum Blutungen und entzündliche Geschwüre (Ulkus/Erosion) nach sich ziehen können. Als längerfristige Folgen einer chronischen Refluxösophagitis können narbige Einengungen der Speiseröhre und eine irreversible Umwandlung (Metaplasie) der Speiseröhrenschleimhaut in Magenschleimhaut (sog. Barrett-Schleimhaut) entstehen. Die Barrett-Schleimhaut gilt als Krebs-Vorstufe, das heißt, das Risiko einer bösartigen Entartung ist im Vergleich zur Normalbevölkerung um ein vielfaches höher.

Beim Thoraxmagen wird die Hiatushernie so groß, dass zwei Drittel des Magens oder mehr durchs Zwerchfell in den Brustraum hineinragt. Dies kann erheblichen Druck auf die Lungen oder das Zwerchfell ausüben (Druckgefühl z. B. hinter dem Brustbein, Schmerzen, Erbrechen). Zudem können sehr große Hernien auch den oberen Magenanteil so einklemmen, dass es blutet und es zu einer Eisenmangel-Blutarmut (Anämie) durch chronischen Blutverlust kommt.


Quellen:
http://www.sodbrennen.net/gerd.htm
http://www2.klinikum-augsburg.de/2763/Sonderform.htm


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Kommentare

elke scherf vor 4 Wochen

Guten Tag,

Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

seit 2 Jahren lebe ich mit o.g. Syndrom. Bisher habe ich eine Op hinausgeschoben. War gerade ein paar Tage in einer Klinik. Der Arzt war ungehalten, das ich mich nicht operieren lassen wollte. Ich weiss, das es eine schwierige Op ist. Vielleicht könnten Sie mir einen Spezialisten nennen. Sehe inzwischen ein, dass meine Lebensqualität geschmälert ist.
Für Ihre Antwort bedanke ich mich im voraus.
(1940 geb.)

M. Osterkamp vor 2 Wochen

Liebe Fr. Scherf! Habe diese OP vor 5 Jahren machen lassen müssen. Bin seither wie neu geboren! Keine Schmerzen nach dem Essen mehr, kein Sodbrennen mehr,egal, was man isst und nicht mehr drauf achten müssen, ob man die Speisen verträgt.Habe wieder jede Menge Lebensqualität gewonnen, wobei ich mir vorher nicht klar war, dass ich so eingeschränkt war. Die OP wird endoskopisch durchgeführt und man ist sehr schnell wieder fit. Schmerzen hatte ich gar nicht. Allerdings sollte man sch im Klaren sein, dass es keine leichte OP ist.Ebenso habe ich anschließend unter Durchfällen gelitten.Das lag daran, dass die Darmflora zerstört war. Wenn man dem vorbeugt,(was ich nicht wusste) wird es nicht so dramatisch. Ich wurde im Maria-Hilf-KH in Münster-Hiltrup operiert,die sich darauf spezialisiert haben. Fühlte mich dort sehr gut aufgehoben und ich weiß, wovon ich rede, da ich selbst Krankenschwester bin. Ich kann Ihnen nur zarten! Viel Erfolg, M. O., 1965 geb.( ich schreibe unter der Mail - Adresse meiner Tochter, habe keine eigene)